Messunsicherheit bestimmen¶
Um die Messunsicherheit für ein Prüfprofil zu bestimmen, führt ConCertainty Sie durch einen vierstufigen Prozess: Auswahl der Datenbasis und Methode, Festlegung des Beitrags zur Reproduzierbarkeit, Festlegung des Beitrags zur Vergleichbarkeit und Anzeige des Ergebnisses.
Bevor Sie eine Berechnung durchführen können, müssen Messdaten für das gewählte Prüfprofil im gewählten Zeitraum vorliegen.
Messunsicherheitsbericht aufrufen¶
Öffnen Sie im linken Menü unter Auswertung den Bereich Messunsicherheit.
Schritt 1: Auswahl¶
Wählen Sie das Prüfprofil, für das Sie die Messunsicherheit bestimmen möchten. Der Auswertungszeitraum ist mit den letzten drei Monaten vorbelegt und kann über Datum von und Datum bis angepasst werden – er legt fest, welche Messdaten in die Auswertung einfließen. Optional können Sie durch die Wahl eines Geräts die Anzeige in Schritt 2 einschränken.
Wählen Sie unter Methode Vergleichbarkeit, auf welcher Grundlage der Beitrag zur Vergleichbarkeit berechnet werden soll:
- Referenzmaterial – die Vergleichbarkeit wird auf Basis von Messreihen an Laborproben mit hinterlegten Zertifikatsdaten berechnet.
- Ringversuch – die Vergleichbarkeit wird auf Basis erfasster Ringversuchsteilnahmen berechnet.
Wählen Sie Weiter, um fortzufahren.
Info
Liegen für das gewählte Prüfprofil im gewählten Zeitraum keine Messdaten vor, kann der nächste Schritt nicht ausgeführt werden. Dasselbe gilt, wenn keine Ringversuchsteilnahmen vorhanden sind und die Methode Ringversuch gewählt wurde. Erfassen Sie zunächst Messdaten unter Messreihe erfassen bzw. Ringversuchsteilnahme erfassen oder passen Sie den Zeitraum an.
Schritt 2: Reproduzierbarkeit¶
ConCertainty zeigt alle Laborproben, für die im gewählten Zeitraum Messdaten unter dem gewählten Prüfprofil vorliegen – jeweils mit Gerät und Anzahl der Messungen.
Wählen Sie Auswählen neben der Laborprobe, die als Grundlage für den Beitrag zur Reproduzierbarkeit verwendet werden soll. Die Auswahl ist auf eine Probe beschränkt. Mit der Wahl der Probe wird gleichzeitig das Gerät für die gesamte Auswertung festgelegt.
Info
Für eine robuste Aussage sollte eine Probe mit möglichst vielen Messungen gewählt werden.
Schritt 3: Vergleichbarkeit¶
Der Inhalt dieses Schritts hängt von der in Schritt 1 gewählten Methode ab.
Methode: Referenzmaterial¶
ConCertainty zeigt eine Parametertabelle mit Mittelwert und Standardabweichung der Messwerte aus Schritt 2. Pro Parameter können Sie eine Vergleichbarkeitsprobe zuweisen – also eine Laborprobe mit hinterlegten Zertifikatsdaten, über die der Beitrag zur Vergleichbarkeit berechnet wird.
Über das Auswahlfeld Alle Parameter können Sie allen Parametern gleichzeitig dieselbe Vergleichbarkeitsprobe zuweisen.
Warning
Die globale Zuweisung über Alle Parameter überschreibt alle zuvor individuell vorgenommenen Zuweisungen.
Soll ein Parameter nicht in die Berechnung einfließen, aktivieren Sie die Checkbox Ausschließen in der entsprechenden Zeile.
Info
Als Vergleichbarkeitsprobe stehen nur Laborproben mit hinterlegten Zertifikatsdaten zur Verfügung. Liegen für einen Parameter keine Messdaten an einer solchen Probe vor, entfällt der Vergleichbarkeitsanteil für diesen Parameter automatisch.
Methode: Ringversuch¶
ConCertainty zeigt alle Ringversuchsteilnahmen, die für das gewählte Prüfprofil erfasst wurden. Für jede Teilnahme ist sichtbar, wie viele Parameter vollständig vorliegen.
Wählen Sie eine oder mehrere Teilnahmen über die jeweilige Checkbox aus.
Info
Für eine statistisch belastbare Berechnung werden mindestens 6 Ringversuchsteilnahmen empfohlen. ConCertainty weist darauf hin, wenn die Auswahl unterhalb dieser Mindestanzahl liegt. Die Berechnung kann dennoch durchgeführt werden – die Aussagekraft der Ergebnisse ist in diesem Fall eingeschränkt.
Wählen Sie Berechnung starten, um das Ergebnis zu berechnen.
Schritt 4: Ergebnis¶
Die Ergebnistabelle zeigt für jeden Parameter:
| Spalte | Bedeutung |
|---|---|
| Reproduzierbarkeit u_R,w | Beitrag der Reproduzierbarkeit zur Messunsicherheit |
| Vergleichbarkeit u_b,rel | Beitrag der Vergleichbarkeit zur Messunsicherheit |
| Kombinierte Unsicherheit u_c,rel | Aus beiden Beiträgen zusammengesetzte Messunsicherheit |
| Erweiterte Unsicherheit U_rel | Erweiterte Messunsicherheit (kombinierte Unsicherheit × k-Faktor) |
Über Details neben jedem Parameter können Sie die Eingangsgrößen der Berechnung einsehen. Die angezeigten Kenngrößen hängen von der gewählten Methode ab:
Methode Referenzmaterial:
| Kenngröße | Bedeutung |
|---|---|
| Mittelwert | Mittelwert der Messreihe (Reproduzierbarkeit) |
| Standardabweichung | Standardabweichung der Messreihe |
| Anzahl Messungen | Anzahl der eingeflossenen Messungen |
| Referenzwert | Zertifizierter Referenzwert der Vergleichbarkeitsprobe |
| Bias | Absolute Abweichung des Mittelwerts vom Referenzwert |
| Relativer Bias | Bias in Prozent des Referenzwerts |
Methode Ringversuch:
| Kenngröße | Bedeutung |
|---|---|
| Mittelwert | Mittelwert der Messreihe (Reproduzierbarkeit) |
| Standardabweichung | Standardabweichung der Messreihe |
| Anzahl Messungen | Anzahl der eingeflossenen Messungen |
| Anzahl Teilnahmen | Anzahl der gewählten Ringversuchsteilnahmen für diesen Parameter |
| D_rms,rel | Quadratisches Mittel der relativen Abweichungen der eigenen Werte vom Konsenswert über alle gewählten Teilnahmen |
| u_Cref,rel | Relativer Beitrag der Unsicherheit des Konsenswerts |
| u_b,rel | Relativer Beitrag der Vergleichbarkeit zur Messunsicherheit |
Über die Schaltflächen Relativ und Absolut können Sie zwischen relativer und absoluter Darstellung der Ergebnisse wechseln.
Ergebnis als PDF exportieren¶
Wählen Sie PDF erzeugen, um den Messunsicherheitsbericht zu exportieren. Es öffnet sich der Druckdialog Ihres Browsers. Wählen Sie dort als Drucker Als PDF speichern (oder eine vergleichbare Option), um den Bericht als PDF-Datei zu speichern.
Der Bericht enthält eine Übersicht aller Parameter mit den Berechnungsergebnissen sowie die verwendeten Eingangsgrößen und Metadaten der Auswertung.
Neue Berechnung starten¶
Wählen Sie Neue Berechnung, um eine weitere Auswertung zu starten. Die aktuelle Berechnung wird dabei verworfen.