Laborproben: Rückführbare und nicht rückführbare Messwerte¶
In ConCertainty wird zwischen zwei Arten von Laborproben unterschieden – je nachdem, ob die damit erzielten Messwerte rückführbar sind oder nicht. Diese Unterscheidung bestimmt, welche Aussagen Sie über Ihre Messungen treffen können und welche Berechnungsschritte bei der Messunsicherheitsbestimmung möglich sind.
Nicht rückführbare Messungen¶
Durch wiederholte Messungen derselben Probe über die Zeit lässt sich feststellen, ob die Ergebnisse konsistent sind: Streuen die Werte wenig, wird präzise gemessen. Ob der gemessene Wert richtig ist – also ob er die tatsächliche Zusammensetzung korrekt abbildet – lässt sich daraus nicht ableiten.
Dieser Aspekt fließt in den Beitrag zur Reproduzierbarkeit der Messunsicherheit ein.
In ConCertainty legen Sie solche Proben als Laborproben ohne Zertifikatsdaten an.
Rückführbare Messungen¶
Liegt für eine Probe ein Zertifikat mit dokumentierten Referenzwerten vor – z. B. für ein zertifiziertes Referenzmaterial (ZRM) oder einen Standard –, sind die eigenen Messwerte auf diese Werte rückführbar. So lässt sich prüfen, ob die eigenen Messwerte mit den zertifizierten Werten übereinstimmen: Weichen sie systematisch ab, liegt ein Bias vor.
Dieser Aspekt kann über den Beitrag zur Vergleichbarkeit (Richtigkeit) in die Bestimmung der Messunsicherheit einfließen.
In ConCertainty legen Sie solche Proben als Laborproben mit Zertifikatsdaten an. Das Zertifikat enthält pro Parameter:
- den zertifizierten Wert mit Einheit
- die zugehörige Unsicherheit
- den Erweiterungsfaktor k, sofern parameterspezifisch vom zertifikatsweiten Wert abweichend
Info
Laborproben mit hinterlegten Zertifikatsdaten sind in der Übersichtsliste durch ein Gütezeichen-Symbol gekennzeichnet.
Auswirkung auf die Messunsicherheitsbestimmung¶
Die Art der Laborprobe bestimmt, in welche Berechnungsschritte ihre Messwerte einfließen können:
| Ohne Zertifikatsdaten | Mit Zertifikatsdaten | |
|---|---|---|
| Beitrag zur Reproduzierbarkeit | ✓ | ✓ |
| Beitrag zur Vergleichbarkeit | – | ✓ |
Liegen für einen Parameter keine Messdaten an einer Probe mit Zertifikatsdaten vor, kann der Vergleichbarkeitsanteil für diesen Parameter nicht berechnet werden – die Berechnung entfällt in diesem Fall automatisch.
Info
Achten Sie darauf, dass die im Zertifikat hinterlegten Parameter mit den Parametern des verwendeten Prüfprofils übereinstimmen. Nur dann kann sichergestellt werden, dass die Probe vollumfänglich als Vergleichbarkeitsprobe herangezogen werden kann.