Glossar¶
Alphabetische Übersicht der Fachbegriffe, die in ConCertainty und in der Messunsicherheitsbestimmung verwendet werden.
B¶
Bias Systematische Abweichung der eigenen Messwerte vom zertifizierten Referenzwert eines Standards oder Referenzmaterials. Ein Bias weist darauf hin, dass die Messung zwar präzise, aber nicht richtig ist. Der Bias fließt über den Beitrag zur Vergleichbarkeit in die Messunsicherheit ein.
D¶
D_rms,rel Quadratisches Mittel der relativen Abweichungen der eigenen Messwerte vom Konsenswert über alle gewählten Ringversuchsteilnahmen für einen Parameter. Wird in ConCertainty in der Detailansicht der Berechnungsergebnisse bei der Methode Ringversuch ausgewiesen.
Datenbasis In ConCertainty die Gesamtheit der erfassten Messreihen und Ringversuchsteilnahmen, auf deren Grundlage die Messunsicherheit berechnet wird.
E¶
Erweiterungsfaktor k Ein Faktor, mit dem die kombinierte Messunsicherheit multipliziert wird, um die erweiterte Messunsicherheit zu erhalten. Der k-Faktor bestimmt das Vertrauensniveau: k = 2 entspricht ca. 95,45 %, k = 3 entspricht ca. 99,73 %.
Erweiterte Messunsicherheit (U) Die kombinierte Messunsicherheit multipliziert mit dem Erweiterungsfaktor k. Sie gibt ein Intervall an, innerhalb dessen der wahre Wert mit einer definierten Wahrscheinlichkeit liegt. Bei k = 2 entspricht das einem Vertrauensniveau von ca. 95,45 %.
Siehe auch: Normative Grundlagen
G¶
GUM Guide to the Expression of Uncertainty in Measurement. Das grundlegende internationale Dokument zur Bestimmung und Angabe von Messunsicherheiten. Herausgegeben von BIPM, IEC, IFCC, ILAC, ISO, IUPAC, IUPAP und OIML.
Siehe auch: Normative Grundlagen
K¶
k-Faktor Siehe Erweiterungsfaktor k.
Kennung Ein technischer Bezeichner, der einen Stammdateneintrag in ConCertainty eindeutig identifiziert. Kennungen bestehen aus Kleinbuchstaben, Ziffern und Bindestrichen. Nach dem Speichern eines Eintrags ist die Kennung unveränderlich.
Siehe auch: Kennungen
Kombinierte Messunsicherheit (u_c) Die aus dem Beitrag zur Reproduzierbarkeit und dem Beitrag zur Vergleichbarkeit zusammengesetzte Messunsicherheit. Sie bildet die Grundlage für die Berechnung der erweiterten Messunsicherheit.
Konsenswert (c_ass) Der vom Veranstalter eines Ringversuchs ermittelte Referenzwert für einen Parameter, berechnet aus den Einsendungen aller Teilnehmer. Wird in ConCertainty bei der Erfassung von Ringversuchsteilnahmen eingetragen.
L¶
Laborprobe Die physische Probe, an der Messungen durchgeführt werden. In ConCertainty wird einer Laborprobe ein Material zugeordnet. Je nachdem ob Zertifikatsdaten hinterlegt sind, steht die Probe als Grundlage für die Reproduzierbarkeit, die Vergleichbarkeit oder beides zur Verfügung.
Siehe auch: Laborproben: Rückführbare und nicht rückführbare Messwerte
M¶
Material Eine konkrete Ausprägung innerhalb einer Matrix – z. B. eine bestimmte Legierung, eine Wasserart oder ein Öltyp. Materialien werden in der Detailansicht einer Matrix gepflegt.
Matrix Das Probenmaterial als übergeordnete Kategorie in ConCertainty – z. B. Aluminium, Wasser oder Öl. Eine Matrix fasst alle zugehörigen Materialien zusammen.
Siehe auch: Datenmodell
Messunsicherheit Ein Parameter, der die Streuung der Messwerte charakterisiert, die dem Messergebnis zugeordnet werden kann. Die Messunsicherheit gibt an, in welchem Bereich der wahre Wert mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit liegt.
Messreihe Eine Zusammenfassung von Messwerten, die an einer bestimmten Laborprobe mit einem bestimmten Prüfprofil und Gerät ermittelt wurden. Messreihen bilden die Grundlage für den Beitrag zur Reproduzierbarkeit.
P¶
Parameter Eine Messgröße, die in einem Prüfprofil bestimmt werden kann – z. B. Silizium, Fluorid oder pH-Wert. In ConCertainty gibt es systemseitig gepflegte PSE-Elemente und benutzerdefinierte Parameter.
Prüfprofil Eine Verknüpfung aus Prüfverfahren, Matrix und einer Liste von Parametern mit zugehörigen Einheiten. Das Prüfprofil ist die zentrale Einheit, auf die sich Messreihen und Auswertungen beziehen.
Siehe auch: Datenmodell
Prüfverfahren Die methodische Grundlage einer Analyse – eine Norm, eine Standard Operating Procedure (SOP) oder eine laboreigene Hausmethode. Ein Prüfverfahren ist nicht an eine bestimmte Matrix gebunden.
Siehe auch: Datenmodell
PSE-Elemente Die 118 Elemente des Periodensystems, die in ConCertainty als systemseitig gepflegte Parameter verfügbar sind. Sie stehen direkt zur Auswahl und müssen nicht angelegt werden.
R¶
Referenzmaterial (RM) Eine Probe mit dokumentierten Referenzwerten, auf die eigene Messwerte rückführbar gemacht werden können. Wird in ConCertainty als Laborprobe mit Zertifikatsdaten angelegt.
Siehe auch: Laborproben: Rückführbare und nicht rückführbare Messwerte
Reproduzierbarkeit Die Fähigkeit, unter Wiederholbedingungen konsistente Messergebnisse zu erzielen. In ConCertainty fließt die Reproduzierbarkeit als u_R,w in die Messunsicherheitsberechnung ein.
Ringversuch Ein organisiertes Vergleichsprogramm, bei dem mehrere Labore dieselbe Probe analysieren und ihre Ergebnisse an einen Veranstalter übermitteln. Der Veranstalter wertet alle Einsendungen aus und stellt jedem Labor einen Auswertebericht zur Verfügung.
Rückführbarkeit Die Eigenschaft eines Messwerts, über eine lückenlose Kette von Vergleichsmessungen auf einen anerkannten Referenzwert bezogen werden zu können. In ConCertainty gelten Messreihen an Laborproben mit hinterlegten Zertifikatsdaten als rückführbar – sie können als Beitrag zur Vergleichbarkeit in die Messunsicherheitsberechnung einfließen.
S¶
Standard Synonym für Referenzmaterial oder zertifiziertes Referenzmaterial. Eine Probe mit bekannten, dokumentierten Referenzwerten.
U¶
u_b,rel Relativer Beitrag der Vergleichbarkeit zur Messunsicherheit.
u_Cref,rel Relativer Beitrag der Unsicherheit des Konsenswerts zur Vergleichbarkeit. Wird in ConCertainty in der Detailansicht der Berechnungsergebnisse bei der Methode Ringversuch ausgewiesen.
u_c,rel Relative kombinierte Messunsicherheit. Zusammengesetzt aus u_R,w und u_b,rel.
u_R,w Relativer Beitrag der Reproduzierbarkeit zur Messunsicherheit.
U_rel Relative erweiterte Messunsicherheit. Ergibt sich aus u_c,rel multipliziert mit dem Erweiterungsfaktor k.
V¶
Vergleichbarkeit Die Übereinstimmung eigener Messwerte mit einem externen Referenzwert. In ConCertainty fließt die Vergleichbarkeit als u_b,rel in die Messunsicherheitsberechnung ein – entweder auf Basis von Messreihen an Laborproben mit Zertifikatsdaten (Methode Referenzmaterial) oder auf Basis erfasster Ringversuchsteilnahmen (Methode Ringversuch).
Vergleichsstandardabweichung (s_R,i) Die vom Veranstalter eines Ringversuchs angegebene Standardabweichung der Teilnehmerergebnisse für einen Parameter. Wird in ConCertainty bei der Erfassung von Ringversuchsteilnahmen eingetragen.
Vertrauensniveau Die Wahrscheinlichkeit, mit der der wahre Messwert innerhalb des durch die erweiterte Messunsicherheit definierten Intervalls liegt. Ein Vertrauensniveau von 95,45 % entspricht einem Erweiterungsfaktor k = 2.
Z¶
Zertifiziertes Referenzmaterial (ZRM) Ein Referenzmaterial, dessen Eigenschaften durch ein Zertifikat dokumentiert sind, das von einer akkreditierten Stelle ausgestellt wurde. In ConCertainty wird ein ZRM als Laborprobe mit hinterlegten Zertifikatsdaten angelegt.
Siehe auch: Laborproben: Rückführbare und nicht rückführbare Messwerte